So geht´s zua

von Resi Gröblbauer

Musikseminar - "Almsommer in Hohentauern I" 2009 So geht´s zua von Resi Gröblbauer Ohne zu wissen, was uns hier erwartet sind wir nach Hohentauern gestartet. Oans wurde uns verraten, es geht um Harmonika und Noten, und so san ma gfahrn mit an Koffer und oan großen Musikanten-Hoffer! Da Thomas hat uns glei dakennt und is mit an Bier entgegen grennt. Jetzt kemmt da Unterricht 1 Stund täglich ist für jeden Pflicht. Oba mei Mann tuat so langsam greifen, i hab mi denkt, es wa gscheiter er tat pfeiffen! Oba da Erich sagt "Den Mut nicht verlieren!" Probieren - probieren - probieren! I hab gsehen so manches Talent das zum Üben hinters Haus is grennt. So wird´s gspült den ganzen Tag a Zeichen was für Freid a jeder hat. Es werden Noten tauscht und es wird geflucht, wenn ana den richtigen Ton oft suacht. So mancher spielt schon so perfekt das in ihm a Meister steckt. I kenn kane Noten, tua deshalb schreiben und so meine Zeit vertreiben. Denn wenn man für die Feuerwehr zu langsam und für die Musi zu blöd muaßt sölba schaun wia die Zeit vergeht. Den Leit´l i bin gern bei Euch geblieben und hob diese Zeilen niedergeschrieben. Vielleicht san ma nächstes Jahr a bisserl schlauer so grüßen Euch -lichst Gregor und Resi Gröblbauer! Hohentauern, 30. August 2009


Almkaffee

Rezept von Ernie Würflinger

Zutaten Anleitung
  1. Milch mit Gewürzen und Zucker kurz aufkochen
  2. ca. 10 Min ziehen lassen
  3. Eidotter schaumig schlagen
  4. Alkohol und Eidotter unterrühren
P R O S T !
Ein gutes Gelingen mit heiteren Stunden wünscht Erni

Mail von Ernie:

Hallo Erich
Nochmals besten Dank für das tolle Seminar, es war einfach spitze. Tolle Referenten, (Brigitte hat mich auf den Oberkreiner Tripp gebracht) supa Wirt, tolle Stimmung. Die Vielseitigkeit und Ungezwungenheit hat mir besonders gefallen, Spass kam auch nicht zu kurz, wir sehen uns sicher wieder.
Das Rezept für den Almkaffee, bitte an alle weiterleiten.


Des Harmonikaspielers Leid

Stolpersteine auf dem Weg zum Harmonikaspieler

Das Wochenresümee der Seminarteilnehmer Hermann und Fritz ist nach dem Konsum von "ein bis zwei?" Gläsern Frühstücks - Schilcher entstanden.
In diesen mit Englischem Humor gespickten Gedanken fliesen die (ab und zu leidvollen) Erfahrungen unserer beiden spätberufenen Musikanten ein.

Viel Spaß bei der nachfolgenden Lektüre wünscht euch Erich.

Des Harmonikaspielers Leid

"Stolpersteine auf dem Weg zum Harmonikaspieler"


Fehlende Harmonika. - Es liegt auf der Hand - wenn keine Harmonika vorhanden ist, kann auch nicht damit gelernt werden. - Logo!

Musikalität - Es ist anzunehmen, dass ein unmusikalischer Mensch eher nicht das Bedürfnis hat, Harmonika spielen zu lernen. (Hier wird die Meinung des Verfassers wiedergegeben - Schüler und Referenten können hier unterschiedlicher Auffassung sein.)

Schlechte Lehrer - Hier kommen wir der Wahrheit schon sehr nahe. Die Lehrer sind es, welche die völlig unverdorbenen, wissenshungrigen, hochbegabten jungen (auch ältere so wie ganz alte) Schüler in ihre Obhut nehmen. Die ersten Unterrichtsstunden beinhalten die wichtigsten Grundbegriffe des Harmonikaspielens, insbesonders dem richtigen Halten des Instrumentes - rechts die Diskantseite, links die Bassseite und dies vorzugsweise so, dass die Tasten in die vom Körper des Schülers abgewandte Richtung weisen - also nach vorne gerichtet. Erlernt ein Schüler nach etwa 250 - 400 honorierten Stunden diese Grundbegriffe nicht, muss die Schuld dem Lehrer zugewiesen werden.

Unzureichendes Notenmaterial - Es gibt für die Steirische Harmonika sehr viel Notenmaterial. Dennoch versucht sich aber jeder Lehrer - aus purer Eitelkeit - als Komponist. Nach stundenlangem herumgrübeln kommen da heimtückisch aneinander gereihte Striche auf das Papier. Die waagrechten Striche werden am Beginn mit mystischen Zeichen versehen. An diesen geheimbündlerischen Zeichen kann der Eingeweihte die Gemütsverfassung und den Geisteszustand des Komponisten erkennen. Der Schüler kämpft aber noch mit den in beliebigen Höhen positionierten senkrechten Strichen, die überdies oben oder unten mit knollenartigen Verdickungen und Querstreben versehen sein können. Das ganze Machwerk nennt sich dann "Noten" und erweist sich für den Schüler als unspielbar. Das triumphale Grinsen der Lehrer gibt dann das Zeugnis ihrer Erhabenheit.

Fehlkonstruiertes Instrument - Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass das Instrument eine überaus bedeutende Stellung im Lernprozess einnimmt. Leider nehmen die Harmonikaerzeuger auf diese Tatsache überhaupt keine Rücksicht. Sogar die teuersten Luxusmodelle werden grundsätzlich ohne Luft ausgeliefert. Bei längeren auf Zug zu spielenden Passagen kann der Musikant dieses Manko zwar einigermaßen ausgleichen - er wirkt in dem Fall nur etwas lächerlich, mit einem um den Bauch gewickelten Lampion. Bei längeren auf Druck zu spielenden Sequenzen können auch fingerdick in Erscheinung tretende Halsadern und rot unterlaufen hervorquellende Augäpfel den beschriebenen Konstruktionsmangel nicht ausgleichen. Bei derart gravierenden Fehlleistungen der Hersteller ist die es fast müßig zu bemerken, dass in die Instrumente jede Menge falscher Töne eingebaut erscheinen. Völlig unnötiger weise sind die Schüler dadurch gezwungen, ihre ohnehin schon überstrapazierte Aufmerksamkeit auf die Vermeidung falsche Töne erzeugender Tasten zu richten.

Unterstützung bei der Harmonikabeurteilung - Wenig bis gar keine Hilfestellung von seinem Musiklehrer erfährt der Schüler bei der Beurteilung seiner Harmonika. Es nützt daher überhaupt nichts, wenn man ihm erzählt, dass dieses Instrument noch vom, inzwischen verstorbenen, Großonkel - mütterlicherseits- ausgesprochen günstig erworben wurde. Unverständlicherweise kann der Lehrer auch die Information nicht verwerten, dass sich im Balg dieser Harmonika zwei Mausfamilien, allerdings mit getrennten Eingängen über die Helikonbässe, eingenistet hatten. Dabei wurde die Aussiedlung dieser Tiere doch vom - inzwischen ebenfalls verstorbenen - technisch hochbegabten Ex-Feuerwehrhauptmann der Heimatgemeinde der Schwiegermutter des Schülers durchgeführt. Klare Aussagen über die Qualitätskriterien einer ihm zum probieren übergebenen Harmonika, egal welcher Marke, Stimmung oder Baujahr, werden vom Lehrer nicht getätigt. Nur im Zustand äußerster Erregung lässt der Lehrer die schicksalsträchtige, keuchend vorgebrachten, Aussage vernehmen: Die ist "net zan daziachn"!

Um eventuellen Missverständnissen entgegen zu wirken und gerichtliche Strafverfolgung zu vermeiden, sei hier ausdrücklich festgehalten, dass die in diesem Bericht erscheinenden Musiklehrer, Musikschüler und Harmonikaerzeuger fiktiv und frei erfunden sind. Sollten Sie zufällig sich selbst erkennen und deswegen Beschwerden bekommen, so wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Arzt, Psychoanalytiker oder persönlichen Referenten.